Grünland & Ackerfutterbau

Grundfutterlücken jetzt schließen

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Wege aus dem Futterengpass: Welche Strategien bieten sich im Ackerfutterbau, um dürrebedingte Ertragsausfälle vor allem beim Silomais sicher auszugleichen? Wir zeigen Ihnen Wege aus der Grundfutterknappheit auf.

Folgen von Hitze und Dürre auf den Hauptfrucht-Futterbau

Vor allem Tierhalter blicken derzeit mit Sorge auf Ihre Grundfutterbestände. Die hohen Temperaturen der letzten beiden Monate verbunden mit einer in West- und Zentraleuropa extrem ausgeprägten Sommerdürre zwingt vielerorts Maisbestände in die Knie. Die folgende Abbildung zeigt dazu die aktuell vorherrschende Bodenfeuchte unter Mais.

Besonders drastisch präsentieren sich die Dürreschäden im Mais sowie auf den Grünlandnarben und Heuflächen dort, wo Landwirte nicht willens oder in der Lage sind, ihre Grundfutterflächen zu beregnen. Die große Juni Hitze hat viele Maisbestände in der besonders empfindlichen und ertragsrelevanten Phase der Blüte getroffen. In vielen Regionen in Westdeutschland sowie den Benelux-Staaten sind in den vergangenen Tagen die Häckselkolonnen losgefahren, um ein weiteres Ein- und Vertrocknen der notreif gewordenen Maisbestände zu verhindern. Dabei ist vielfach schon jetzt – Mitte August – mit Trockensubstanzgehalten von 40 % und mehr zu rechnen. Schwer verdichtbare Silostöcke, die anfällig für Nacherwärmung und Schimmelbildung sind, werden die Folge sein. Können Futterzwischenfrüchte in dieser Situation helfen?

Abbildung 01: Aktuelle Bodenfeuchte unter Mais in 0 bis 60 cm Tiefe, Stand 11.08.2026 – Mit wenigen Ausnahmen im bayerischen Voralpenland sowie in Ostfriesland liegen derzeit unter Maisflächen in Deutschland nur rund 10 % der nutzbaren Feldkapazität (nFK) vor. Der Umkehrschluss zeigt: Vielfach fehlen dem Boden unter Mais derzeit 90 % des Wassers, was der Boden gemäß seinen Eigenschaften eigentlich für die Maisbestände bereitstellen könnte. Regen ist also überall dringendst nötig.

Mit Zwischenfrüchten die Futterlücke der Hauptfrüchte schließen

Zwischenfrüchte mit Futtereignung können in der momentanen Situation eine sinnvolle Lösung zum Schließen der sich auftuenden Grundfutterlücke darstellen. Wir möchten zwei Szenarien vorstellen:

Szenario I

Geplante Hauptfrucht im Erntejahr 2027: Winterung 

→ Spätsommer 2026: Aussaat einer Sommerzwischenfrucht zur Futternutzung im frühen Herbst 2026

Geeignete Mischungen, um Futterlücken zu schließen:

  • 6-Wochen-Gras: einmal säen, 40 Tage später einmal ernten
  • ProGreen® FU 4: einmal säen, 40 Tage später einmal ernten
    • Mischung mit zwei leistungsstarken Sorten des Einjährigen Weidelgrases
  • ProGreen® FU 9: wenn mit einem Mal säen neben Energieertrag auch viel Protein geerntet werden soll
    • Mischung aus 70 % Einjährigem Weidelgras und 30 % Alexandrinerklee

Szenario II

Geplante Hauptfrucht im Erntejahr 2027: Sommerung

→ Spätsommer 2026: Aussaat einer Winterzwischenfrucht zur Futternutzung vor allem im Frühjahr 2027 (unter sehr günstigen Bedingungen – milder, feuchter Herbst – ggf. noch eine Vornutzung 2026 möglich)

Geeignete Mischungen, um Futterlücken zu schließen:

  • MehrGras FE 110 - A1 WZ: einmal säen, im Frühjahr 2027 einen starken Futterschnitt vor der folgenden Sommerung

  • MehrGras FE 100 - A1 / ProGreen® FU 1: einmal säen, im folgenden Jahr 2027 vier bis sechs starke Futterschnitte mit der Option im Herbst 2027 eine Winterung auszusäen

  • TERRA GOLD® 17: einmal säen, im folgenden Frühjahr 2027 ein- oder sogar mehrmals eine ertrag- und proteinreiche Silagenutzung

  • ProGreen® FU 7: einmal säen, im folgenden Frühjahr 2027 ertrag- und energiereiches Gras ernten, aufgewertet durch symbiotisch fixierten Stickstoff durch die heimischen Leguminosen Inkarnatklee und Winterwicke

  • MehrGras FE 320: einmal säen und Fläche ein bis zwei Jahre zur Futterversorgung und zum Humusaufbau nutzen


Umsetzung der beiden Szenarien

Betriebe, auf denen der Mais jetzt kümmert, sollten ihn häckseln ehe die Trockensubstanz-Gehalte noch weiter in die Höhe schnellen. Dann entsteht Platz auf diesen Flächen. Auch abgeerntete Getreide- und Rapsfelder stellen derzeit in vielen Fällen Platz für Futterzwischenfrüchte zur Verfügung. In der absoluten Dürre kraftstoffintensiv eine Bodenbearbeitung durchzuführen oder gar auszusäen, ist fachlich in vielen Fällen nicht angezeigt. Es besteht aber Hoffnung: Denn die Tage werden nun zunehmend kürzer, damit verkürzt sich an klaren Tagen auch die Sonnenscheindauer und in klaren Nächten kann es sich abkühlen, was eine Taubildung in länger werdenden Nächten begünstigt. In manchen Regionen Deutschlands kündigen sich zudem derzeit zarte Niederschlagsmengen an, vor allem im Norden und Süden. Wenn also die aktuelle Hitzewelle am kommenden Wochenende abzieht und die Tage sich weiter verkürzen, könnten sich erste sinnvolle Fenster zur Bodenbearbeitung und Aussaat bieten. Alle genannten Produkte können im weiteren Verlauf bedenkenlos auch noch bis zur Monatswende August/ September ausgesät werden. Bis dahin ist noch etwas Zeit. Zeit für weitere Hoffnung auf eine sich umstellende Wetterlage mit flächendeckend mehr Niederschlag.

Haben Sie Fragen? Sprechen Sie an, wir beraten Sie gerne zu diesen und weiteren Produkten von Feldsaaten Freudenberger!