Vogel des Jahres 2026 - Das Rebhuhn
EIN BEWOHNER DER FELDFLUR
Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist Vogel des Jahres 2026. Der unscheinbare Hühnervogel steht für die Vielfalt unserer Agrarlandschaften. Auf Feldern, Wiesen und Brachen findet er geeignete Lebensräume, wenn diese abwechslungsreich gestaltet sind und ausreichend Nahrung und Deckung bieten. Doch solche Flächen sind in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts seltener geworden. Mit der Wahl zum Vogel des Jahres rückt die Bedeutung einer vielfältigen und lebendigen Feldflur in den Mittelpunkt.
Mit seinem braungrauen Gefieder ist das Rebhuhn hervorragend getarnt. Es hält sich überwiegend am Boden auf und fliegt meist erst auf, wenn Gefahr droht. Besonders charakteristisch ist der raue Revierruf der Männchen, der in den frühen Morgen- und späten Abendstunden über die Felder hallt. Auch der Name des Vogels wird mit diesem markanten Ruf in Verbindung gebracht.

ZUHAUSE ZWISCHEN ACKER UND WIESE
Das Rebhuhn bevorzugt offene, abwechslungsreiche Kulturlandschaften mit Feldern, Wiesen, Hecken, Altgrasstreifen und Brachflächen. Diese Strukturen bieten Schutz vor Fressfeinden und schaffen geeignete Plätze für die Nahrungssuche und die Brut.
Erwachsene Rebhühner ernähren sich vor allem von Samen, Getreidekörnern und Pflanzenteilen. Für die Küken sind dagegen Insekten besonders wichtig. In den ersten Lebenswochen benötigen sie reichlich tierische Nahrung, um sich gesund entwickeln zu können. Eine vielfältige Feldflur mit Wildkräutern und ausreichend Insekten ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für den Bruterfolg.
FAMILIENLEBEN AM BODEN
Rebhühner leben während der Brutzeit in Paaren und kümmern sich gemeinsam um ihren Nachwuchs. Das Weibchen legt seine Eier in ein gut verstecktes Nest am Boden. Ein Gelege kann bis zu 20 Eier umfassen.
Nach dem Schlupf führen die Elterntiere ihre Küken durch die Feldflur und schützen sie vor Gefahren. Die Jungvögel wachsen vergleichsweise schnell heran. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Rebhühner häufig zu kleinen Gruppen zusammen, die als sogenannte „Ketten“ bezeichnet werden. Gemeinsam suchen sie nach Nahrung und nutzen die Vegetation als Deckung.

FELDER VOLLER LEBEN
Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Rebhuhn ein weit verbreiteter Bewohner der Agrarlandschaft. Heute gilt es in Deutschland als stark gefährdet. Die Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Zu den wichtigsten Ursachen zählen der Verlust von Hecken, Feldrainen und Brachflächen sowie die zunehmende Vereinheitlichung landwirtschaftlicher Flächen.
Wo Wildkräuter und Blühpflanzen zurückgehen, finden auch viele Insekten weniger Nahrung und Lebensraum. Das wirkt sich besonders auf die Aufzucht der Rebhuhnküken aus. Gleichzeitig fehlen in ausgeräumten Landschaften häufig geeignete Nistplätze und ausreichend Deckung.
EIN ZEICHEN FÜR MEHR ARTENVIELFALT
Mit der Wahl zum Vogel des Jahres 2026 macht das Rebhuhn auf die Bedeutung vielfältiger Agrarlandschaften aufmerksam. Wo Wildkräuter blühen, Insekten Nahrung finden und Rückzugsräume erhalten bleiben, entstehen wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten.
Das Rebhuhn zeigt, wie eng Landwirtschaft und Artenvielfalt miteinander verbunden sind. Lebendige Felder dienen nicht nur der Nahrungsmittelproduktion, sondern bieten auch zahlreichen Arten einen Lebensraum. Der Schutz des Rebhuhns ist damit zugleich ein Beitrag zum Erhalt einer artenreichen und lebenswerten Kulturlandschaft.
