Rohrschwingel - wird mit neuen Sorten und Mischungen alles besser?

Rohrschwingel ist im Zuge der anhaltenden Trockenperioden in aller Munde und da sich mittlerweile auch erste Mischungen auf dem Markt befinden, werden zur Zeit auch von Seiten der Offizialberatung Versuche mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Art durchgeführt.
Unbestritten ist die tiefwurzelnde Eigenschaft im Vergleich zu vielen anderen Futtergräsern, wodurch auch zu Zeiten des Wassermangels eine stärkere Trockentoleranz beobachtet werden kann. Auch bezogen auf die Gesamterträge schneidet Rohrschwingel im Vergleich aller Futtergräser oftmals mit den höchsten Werten ab.
Problematisch sind dagegen die Qualitätseigenschaften, was besonders in den geringen Energiegehalten trotz optimalem Schnittzeitpunkt sichtbar wird.
Hierbei spielt die geringe Nutzungselastizität aufgrund der raschen Zunahme des Rohfasergehalts eine wesentliche Rolle. Auch die Akzeptanz der Tiere ist bei vielen Rohrschwingelsorten aufgrund der Blatttextur problematisch, wobei hier durch züchterische Selektion und den daraus entstandenen weichblättrigen Rohrschwingelsorten (soft leaf type) Abhilfe geschaffen wurde.
Siehe z. B. die Sorten ELODIE und QUANTUM II.

Fazit: Insgesamt hat der Einsatz von Rohrschwingel bezogen auf trockenheitsgeprägte Standorte Potenzial.
Kommen entsprechende Mischungen zum Einsatz, sind Mischungsanteile von über 40 % notwendig, um entsprechende Eigenschaften zu generieren.
Die geringere Akzeptanz spricht eher für Silagenutzung, gleichzeitig muss mit Qualitätseinbußen gerechnet werden.