Pferdemanagement – Weide

Der richtige Weg zur erfolgreichen Pferdehaltung und -fütterung

Um die Bedürfnisse des Pferdes zu erfüllen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden. Neben einem ausgeprägten Sozialverhalten der Pferde, spielt dabei besonders die Ernährungsphysiologie eine entscheidende Rolle. Um dieser gerecht zu werden, muss ein intensives Weidemanagement durchgeführt werden, da das Pferd ein Steppentier und somit Pflanzenfresser ist. Grasreiche und artenvielfältige Mischbestände garantieren eine diätetische Ausgewogenheit des Futters. Vor diesem Hintergrund muss eine regelmäßige Kontrolle der Weide- und Heuflächen erfolgen. Dabei muss auf die Zusammensetzung der Arten (Anteile) sowie die Bestandslücken geachtet werden (siehe hierzu auch den Artikel „Grünlandverbesserung“ von Prof. Dr. Elsäßer). Eine erfolgreiche Nach- oder Neusaat von leistungsfähigen Saatgutmischungen wird jedoch besonders durch die technische Ausbringung beeinflusst. Eine angepasste Düngung, eine abgestimmte Pflege sowie eine angemessene Pferdebesatzdichte sollten der jeweiligen Nutzungsintensität angepasst sein.

Übersaat/Nachsaat

Neuansaat

 ideal |  möglich |  nicht möglich
Regionale Besonderheiten berücksichtigen!

Mit Kräutern die Gesundheit Ihres Tieres stärken!

Die Gesundheit von Wiederkäuern und Pferden kann durch den Einsatz einiger Leguminosen und Kräutern gestärkt werden.
In Untersuchungen der Forschungsgruppe Grünland und Futterbau/ Ökologischer Landbau der CAU Kiel konnte gezeigt werden, dass besonders in den Leguminosen Hornschotenklee und Esparsette,
aber auch in Kräutern, wie kleiner Wiesenknopf, Spitzwegerich und Zichorie, Inhaltsstoffe mit einer positiven Wirkung auf die Tiergesundheit enthalten sind.
Hier spielen insbesondere kondensierte Tannine eine wichtige Rolle, welche zu den sekundären Inhaltsstoffen zählen. Diese haben eine diätetische Wirkung, das heißt, dass sie den schnellen Abbau verschiedener Proteine verlangsamen und so zu einer reduzierten Ansammlung von Gas und Luft im Verdauungstrakt beitragen.
Die Zichorie weist außerdem ein Potential zur Reduktion von Darmparasiten auf, was in ersten In-vitro-Versuchen nachgewiesen werden konnte.
Anders als bei den oben genannten Arten sind in der Zichorie nicht die kondensierten Tannine, sondern sogenannte Sesquiterpenlactone die Substanzen, welche eine bioaktive Wirkung haben und toxisch auf Parasiten wirken.

Der Einsatz von Kräutern hat als weiteren wichtigen Aspekt die gute Mineralstoffversorgung der Tiere. Spitzwegerich gilt als eine der calciumreichsten Kräuterarten, was aus ernährungsphysiologischer Sicht von Wiederkäuern und Pferden essentiell ist.
Spitzwegerich eignet sich in diesem Fall sehr gut, da die beiden wichtigen Mineralien Calcium und Phosphor im Verhältnis 2:1 benötigt werden und der hohe Calciumbedarf abgedeckt werden muss. Darüber hinaus wird Spitzwegerich nach KLAPP mit der Futterwertzahl 6 bewertet, was der höchsten Wertzahl aller Kräuter entspricht.


Quellen: Williams, Pena-Espinoza et al. 2016; M. Goeritz, R. Loges und F. Taube 2009.