Nachhaltigkeit und Verpackung

Nachhaltige  Verpackungen  sind  zurzeit  in  aller  Munde.
Die Diskussionen finden zwischen verschiedensten Interessensgruppen auf allen medialen Kanälen statt, häufig sehr intensiv aber nicht immer sachlich und fachlich korrekt, geschweige denn angemessen.

Der Gesetzgeber unterscheidet zurzeit drei verschiedene Verpackungsbereiche:

1. Die Umverpackung: sie dient unterschiedlichsten Zwecken, wie z. B.:
- dem produktspezifischen Schutz des Inhalts
- der gesetzlich bedingten Kennzeichnung und den Angaben des Inhalts
- der Produktbezeichnung, den Anwendungshinweisen, den Einsatzmöglichkeiten, etc.
- der Warenpräsentation
- der Lagerfähigkeit und Haltbarkeit eines Gutes
- der Produktversiegelung

2. Die Verkaufsverpackung:
- sie bündelt eine definierte Stückzahl an Einzel-produkten zu einer Versand-/ Verkaufseinheit
- sie stellt i. d. R. die Mindestbestellmenge beim Produzenten dar
- sie schützt die Umverpackung vor Transport- oder anderen Schäden

3. Die Transportverpackung:
- sie dient dem sicheren Transport des Produktes bis zum Bestimmungsort
- sie schützt bei der Produktkommissionierung vor Schäden, Teilverlust oder anderen negativen Einflüssen

Hersteller, Händler und Verbraucher haben im Allgemeinen das gemeinsame Interesse, dass eine Verpackung so günstig wie möglich,  unter Berücksichtigung oben erwähnter produktspezifischer Notwendigkeiten, konzipiert ist. Darüber hinaus hat der ökologische Fußabdruck eines Produktes immer mehr an Gewicht zugenommen. Begriffe wie Nachhaltigkeit, Einsatz von Rezyklaten, nachwachsende Rohstoffe, etc. sind zu entscheidenden Verbrauchs- und Verkaufskriterien geworden und werden dementsprechend auf Produktverpackungen intensiv beworben.

Ob dem ökologischen Gedanken in allen Fällen wirklich Gerechtigkeit wiederfährt, darf bezweifelt werden. Es ist vollkommen unstrittig, dass Umweltschutz und die Schonung von Ressourcen unser tägliches Handeln mitbestimmen müssen, allerdings läuft derzeit eine Marketingmaschinerie zur Rettung des Planeten auf Hochtouren, mehr zum Selbstzweck als zum eigentlichen, guten und originären Gedanken. Die Politik hat das Thema ebenfalls aufgegriffen, aus einer Verordnung ein Gesetz (Januar 2019) gemacht und dieses mit enormen Kosten versehen.


Für ein gelungenes Recycling müssen alle Glieder ineinander greifen

Alle Verpackungsmittel werden in der EU produziert

Bei Feldsaaten Freudenberger produzieren, vermehren und füllen wir seit bald 75 Jahren Saatgut ab. 

Seit über 25 Jahren füllen wir Rasensamen, ohne Kunststoffinnenbeutel, direkt in Faltschachteln ab, seit über 10 Jahren mit FSC-Qualitäten, d. h. aus nachhaltigem, kontrolliertem Anbau und umweltschonender Weiterverarbeitung. 

Das gleiche gilt für Papiersäcke. Mit unseren Lieferanten gibt es längstens Vereinbarungen, den Rezyklatanteil in unseren Verpackungen so hoch wie möglich anzusetzen, je nach Rezyklatverfügbarkeit (Knappheit) und technischer Anforderung der Verpackung.

Bei den Kunststoffverpackungen handelt es sich mittlerweile größtenteils um Monomaterialien, d. h. keine Verbundstoffe, die nicht mehr in ihre Einzelbestandteile zur Wiederverwertung zerlegt werden können und somit häufig in der thermischen Verwertung oder im illegalen Müllexport landen.

Unsere stabilen Kunststoffsäcke bestehen zu 100 % aus Monomaterial und sind somit hervorragend recyclebar.
Das gleiche gilt bei den Kleinpackungen für die Pouches (Doypacks) und Flachfolie.

Verkaufsverpackungen  bestehen  ausschließlich  aus  Kartons  mit  höchstmöglichem  Altpapieranteil.

Ein Schrumpfen von Verpackungen zu einer Versandeinheit in Folie ist Geschichte.

Ähnliches gilt für die Transportverpackungen, die ausschließlich aus Kartonagen bestehen.

Die einzige Ausnahme bildet die Palettenstretchfolie, die maximal vorgestretcht ist, um maximale Transportsicherheit mit einem Minimum an Folie zu erzielen.

In der Druckvorstufe setzen wir mittlerweile wiederverwertbare und  abwaschbare Druckplatten, zwecks Mehrfachnutzung, ein.

Die Druckverfahren von Um- und Verkaufsverpackungen bestehen auf wasserbasierenden Farben. 

Ein Team von drei Mitarbeitern ist andauernd in mehrere Projekte  eingebunden, die die Entwicklung der Verpackungssortimente, primär unter ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten, gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten vorantreibt.

Die Zeit steht nicht still.
Wir wählen unsere Verpackungslieferanten nach scharfen Kriterien (Transparenz, Nachhaltigkeit, Qualität, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit, etc.) aus.

Diese Kriterien erfüllen zurzeit ausschließlich Lieferanten aus der EU, überwiegend aus Deutschland, Österreich, Spanien und Kroatien.

Alle lizensierungspflichtigen Verpackungen der Freudenberger Marken und Produkte werden quartalsmäßig gemäß Gesetzgeber der Zentralstelle prognostiziert und zum Jahresende von dieser verifiziert und abgerechnet. D. h. jedes Stück Folie, jeder Beutel, jede Faltschachtel, jeder Karton und jeder Meter Klebeband etc. ist hinsichtlich seiner Beschaffenheit und seines Gewichts sowie Verbleibs auf das Genaueste definiert und somit in das Nachhaltigkeitskonzept mit eingebunden.

Mehr können wir und Sie nicht tun, dann liegt es an der Entsorgungsbranche mit der gleichen Transparenz und Effizienz die Produkte dem Kreislauf der Wiederverwertung zuzuführen.

Die durch den Gesetzgeber jährlich festgelegten und stetig steigenden Lizensierungsgebühren sollten die wirtschaftliche Grundlage für eine ordnungsgemäße Weiterverarbeitung zum Wohle unserer Umwelt spielend abdecken können.

Wir tragen unser Möglichstes nachhaltig und transparent bei!