Knaulgras - dactylis glomerata -

Ihr Spezialist für Trockenheit

Andere Namen: Gewöhnliches Knäuelgras, Wiesen-Knäuelgras
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Knäuelgräser (Dactylis)
Art: Gewöhnliches Knaulgras
Tausendkorngewicht: ca. 0,7-1,5 g
Wuchshöhe: bis ca. 120 cm
Aussaatstärke: 20-25 kg/ha
Chromosomenzahl: 2n = 28

Beschreibung
Das Knaulgras (lat. Dactylis glomerata, engl. cocksfoot) wird auch Wiesen-Knäuelgras oder Gewöhnliches Knäuelgras genannt und gehört zur Pflanzenfamilie der Süßgräser (Poaceae).
Das Gras hat eine graugrüne Farbe. Die kräftige, krautige Pflanze wächst horstförmig und ist mehrjährig.
Die Wuchshöhe kann bis zu 120 Zentimeter erreichen und die Blütezeit ist von Mai-Juli.
Knaulgras ist wintergrün. Der Stängel ist im Querschnitt oval. Dieses Merkmal zusammen mit dem deutlich ausgebildeten Blatthäutchen und der Farbe lassen eine einfache Bestimmung des Knaulgrases zu.
Die Rhizome vom Knaulgras sind stark bewurzelt und kurz.
Das Knaulgras hat 4-10 cm breite Laubblätter, die längsgefaltet sind. Das oberste Blatt steht dabei gerade ab. Die Oberseiten der Blätter können fein gerillt oder glatt und rau sein. Die Blattunterseiten sind matt. Das Blatthäutchen (Ligula) ist mit 3-5 mm sehr lang.
Das Knaulgras hat im 1. Aufwuchs raue Halme mit Rispen. Die kurzen Halme sind breit und verleihen der Pflanze dadurch Festigkeit. Die Rispe hat 1-3 Ährchen von 5-7 mm Länge und ist stark geknäult. Dieses Aussehen verleiht dem Gras seinen Namen. Vor und nach der Anthese ist die Rispe schmal zusammengezogen.
Während der Blüte ist sie breit ausgefächert und bildet ein Dreieck. Oft findet sich ein unterster Rispenast, der nach außen absteht. Die groben, kahlen Hüllspelzen sind stumpf und nicht transparent. Farblich können sie grün bis rötlich oder manchmal auch violett sein. Die
untere Hüllspelze ist uninervat. Die obere Hüllspelze und die Deckspelze haben einen Kiel. Dieser ist sowohl mit langen als auch mit kurzen starren Haaren besetzt. Die Deckspelze laufen in eine Granne aus. Die Früchte bleiben mit der gewimperten Hüllspelze und einer Deckspelze verbunden. So kann es zur Klett-, Schwimm- und Windausbreitung kommen. Eine zufällige Verbreitung über Heu und Weidefutter ist auch möglich. Die Fruchtreife liegt zwischen August-Oktober. Das Knaulgras ist ein Wintersteher (Hiemophor) und Lichtkeimer.

Herkunft & Geschichte
Das Gewöhnliche Knaulgras wurde erstmals 1753 von Carl von Linné in seinem Buch Species Plantarum veröffentlicht.
Es ist in Europa und Westasien weit verbreitet. Das Knaulgras ist eines der häufigsten Gräser in Deutschland und kommt in allen Regionen vor.
Frische, humose Böden, die nähr- und stickstoffreich sind, werden bevorzugt. Genauso wie milde bis mäßig saure Lehm- und Tonböden. Knaulgras ist ein ausgewiesener Anzeiger für Stickstoff und Lehmböden.
Vom Flachland bis ins Gebirge ist das Knaulgras auf allen Grünlandstandorten zu finden. In den Allgäuer Alpen kommt es in Höhenlagen von bis zu 2400 Metern vor. Das Knaulgras mag Sonne und Halbschatten. Es ist deshalb oft auf Fettwiesen und an Wegrändern sowie in halbschattigen Lagen von Obstwiesen, Gebüschen, lichten Wäldern und Waldrändern zu finden. Es ist unempfindlich gegen Trockenheit und Kälte. Es kann auch zur Begrünung von Parkanlagen und Befestigung von Böschungen genutzt werden. Durch den hohen Aufwuchs ist es notwendig zweimal im Jahr zu mähen. Wird das Schnittgut nicht als Heu oder Grünfutter verwendet, werden oft andere, kürzere Gräser bevorzugt.

Nutzung & Ertrag
Knaulgras ist ein leistungsstarkes Obergras, das sehr ausdauernd ist und viel Masse bildet. Es treibt früh aus und wächst rasch und stark nach.
Sein hohes Ertragspotential verteilt sich gut auf die einzelnen Schnitte. Als Futtergras und in Kleegrasmischungen findet es vielseitig Verwendung.
Besonders für trockene Standorte eignet es sich hervorragend und wird häufig in Mischungen mit Luzerne angeboten. Durch seine Trockenheitsverträglichkeit nimmt die Bedeutung vom Knaulgras gerade in den letzten Jahren stark zu. Sein hoher Ertrag, seine Widerstandsfähigkeit und sein Nährstoffreichtum zeichnen das Knaulgras als wertvolles Futtergras aus. Es ist bei Rindern, Pferden und anderen Weidetiere beliebt und daher ein wichtiges Weide- und Heugras. Im Dauergrünland werden späte Sorten für die Mischungen verwendet, da die frühen Sorten leicht überständig werden. Bei früher Nutzung hat Knaulgras eine Futterwertzahl von 7. Diese nimmt bei einer späten Nutzung durch die frühe Verholzung ab. Das Knaulgras ist auch als Rohbodenpionier zur bodenfestigenden Erstbegrasung geeignet. Da es jedoch starke Horste bildet, durch die eine lückige
Pflanzendecke entstehen und Unkräuter sich ausbreiten können, wird es zur Beweidung nur eingeschränkt genutzt. Außerdem werden Tritt und Verbiss nur bedingt vertragen. Durch die große Massewüchsigkeit ist eine starke Düngung notwendig. Für hohe Futterleistungen und zur Gewinnung von Samen ist ein lehmhaltiger Boden von Vorteil.

Anbau & Vorteile
Knaulgras ist sehr anpassungsfähig in Bezug auf unterschiedliche Umweltbedingungen.
Es ist trockenheitsresistent und winterfest. Knaulgras gilt als Spezialist für trockene Standorte. Aufgrund des guten Futterwerts bei rechtzeitiger Nutzung ist es in vielen Aspekten gleichwertig oder überlegen im Vergleich mit Rohrschwingel. Es wird seit Jahren für trockene Mähweiden in
den Qualitätsstandardmischungen der Offizialberatungen empfohlen. Eine intensive Düngung und Nutzung werden gleichermaßen vertragen.