Greening

Änderungen beim Greening 2018

Für das Jahr 2018 gibt es im Zuge der Greeningverordnung einige Änderungen und Anpassungen bei der Umsetzung des Greenings.
Im folgenden Text sind diese Veränderungen nach den Bereichen Anbaudiversifizierung, Ökologische Vorrangflächen und Grünland aufgeführt und kurz erläutert.

Anbaudiversifizierung

  • Die 30 ha-Grenze bei der Anbaudiversifizierung entfällt für folgende Betriebe:
    Mehr als 75 % des Ackerlandes werden für die Grünfuttererzeugung genutzt, liegen brach oder bestehen zu mehr als drei Vierteln aus Dauergrünland. Betriebe, die über eine Ackerfläche von mehr als 30 Hektar verfügen und die genannten Vorgaben erfüllen, müssen keine weiteren Auflagen in Form des Anbaus von verschiedenen Kulturen umsetzen.
Greening 2018
Ratgeber und Handbuch
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Ökologische Vorrangflächen (ÖVF)

  • Zukünftig dürfen auf Ökologischen Vorrangflächen auch mehrjährige Pflanzen zur Gewinnung von Biomasse angebaut werden. Chinaschilf (Miscanthus) und die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) werden für den Anbau auf ÖVF zugelassen. Der Gewichtungsfaktor für die beiden Arten beträgt 0,7.
  • Auf Brachen können ab dem Jahr 2018 auch Bienenweiden als ÖVF geltend gemacht werden, der Gewichtungsfaktor beträgt hierbei 1,5. Der Begriff Bienenweide ist nicht genauer definiert. (Es ist allerdings davon auszugehen, dass Mischungen mit mehr als 10 unterschiedlichen Trachtpflanzen, die in der Anlage 5 Gruppe A (zu § 32a Absatz 2 Satz 1) gelistet sind, als Bienenweide zu betrachten sind.)*
  • Der Anbau von Eiweißpflanzen auf Ökologischen Vorrangflächen wird deutlich aufgewertet. Der Gewichtungsfaktor für Leguminosen wird von 0,7 auf 1,0 erhöht. Somit wird beispielsweise der Anbau von Ackerbohnen auf einem Hektar auch als 1 Hektar gewertet und nicht wie bisher nur als 0,7 Hektar.
  • Leguminosen-Gemenge sind ab 2018 als stickstoffbindende Pflanzen förderwürdig.
    Das bedeutet, dass zukünftig auch mit Klee- oder Luzernegras oder einem Gemenge aus Getreide und Leguminose (z. B. Grünroggen und Erbsen) die Greeningauflagen erfüllt werden können. Der Gewichtungsfaktor beträgt wie beim reinen Leguminosenanbau ebenfalls 1,0.
    Dabei ist darauf zu achten, dass die Leguminosen vorherrschen müssen. (Bei einem Saatgutanteil der Leguminosen von über 50 % sollte dieses Kriterium sicher erfüllt sein.)*
  • Bei der Liste der zugelassenen Leguminosen werden Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) und der Schabzigerklee (Trigonella caerulea) aufgenommen.
    Somit können auch diese beiden Arten im Zuge des Leguminosenanbaus als Ökologische Vorrangfläche geltend gemacht werden.
  • Gründecken (Untersaaten) müssen nicht mehr ausschließlich aus Gräsern bestehen, auch Mischungen von Gräsern und Leguminosen können verwendet werden. Diese Änderung macht den Anbau von verschiedenen Mischungen, wie zum Beispiel Klee- oder Luzernegras, möglich.
  • Die Vorgaben für die Streifenelemente werden vereinheitlicht: Diese müssen künftig mind. 1 m und max. 20 m breit sein, um bei der Berechnung der ÖVF voll gewertet zu werden (Faktor 1,5). Diese Regelung gilt auch für Streifen von beihilfefähigen Hektarflächen an Waldrändern, die bisher eine maximale Breite von 10 m aufweisen durften.
  • Auf Feldrandstreifen darf zukünftig auch eine Beweidung oder eine Schnittnutzung durchgeführt werden. Diese Nutzung war bisher untersagt.
  • Der Saatzeitpunkt der Zwischenfruchtbestände auf ÖVF wird aufgelockert:
    Diese müssen nicht mehr erst nach dem 16. Juli ausgesät werden, da diese Regelung entfällt. In der neuen Formulierung der Greeningverordnung wird verlangt, dass die Fläche vom 1. Oktober des Jahres der Antragstellung bis zum 15. Februar des Folgejahres mit der Kulturpflanzenmischung bestellt sein muss.
  • Der Gewichtungsfaktor von Flächen mit Niederwald mit Kurzumtrieb steigt von 0,3 auf 0,5.
  • Synthetische Pflanzenschutzmittel sind auf sämtlichen Ökologischen Vorrangflächen zukünftig untersagt. Diese Regelung betrifft auch Leguminosenbestände, die bislang von dieser Regel ausgenommen waren.
  • Die Definition von Dauergrünland wurde angepasst. Der Wechsel von Grünfutterpflanzen ist noch kein alleiniges Merkmal für eine Fruchtfolge im Sinne der neuen Definition. Künftig wird das Pflügen einer Fläche als maßgeblicher Anzeiger herangezogen. So gilt eine Fläche als Dauergrünland, wenn sie zum Anbau von Gras oder Grünfutter genutzt wird und mindestens fünf Jahre nicht Teil der Fruchtfolge ist und somit auch nicht gepflügt wurde.

* Einschätzung von Feldsaaten Freudenberger

Weiterführende detailierte Informationen

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Wir wünschen Ihnen für das Greening in 2018 gute Aussaatbedingungen und eine erfolgreiche Ernte!