Mit Zwischenfrüchten Rationslücken schließen.

23 Hektar Zwischenfrucht können 6 Hektar Mais ersetzen – so eben mal zwischendurch

Herausragende Vertreter im klassischen Zwischenfruchtanbau sind Senf, Ölrettich oder Phacelia mit ihren positiven Auswirkungen auf Boden, Umwelt und Gesundungseffekt für nachfolgende Marktfrüchte. Die Multitalente lassen sich darüber hinaus mit einem hohen Zusatznutzen in der Biogasanlage verwerten. Speziell Ölrettich, Senf, Futterkohl und/oder Futterraps passen hervorragend in Energiefruchtfolgen. 

Grünschnittroggen

JOBARO wurde speziell für die Grünnutzung gezüchtet. Die Sorte eignet sich hervorragend für den Winterzwischenfruchtanbau. Seine Winterhärte macht ihn sehr ertragssicher. Erträge von 40 bis 60 dt Trockenmasse pro Hektar sind möglich. Die höchsten Nährstofferträge werden zum Zeitpunkt des Ährenschiebens erzielt. Neben der Reinsaat kann der Grünschnittroggen JOBARO auch in einer leguminosenhaltigen Mischung mit Winterwicken und Wintererbsen angebaut werden. Nach dem Schnitt wird der Boden durch die Fähigkeit der Wicken und Erbsen, Luftstickstoff in pflanzenverfügbaren Stickstoff umzuwandeln, angereichert. Die winterharten Leguminosen und der Grünroggen treiben nicht mehr aus.

Ölrettich

Sehr massenwüchsige Art mit Erträgen von 36 bis 45 dt TM/ha bei zeitiger Aussaat, beispielsweise nach der Gerstenernte. Als Tiefwurzler lockert der Ölrettich den Unterboden auf und dient somit der Bodenverbesserung. Die beiden lang- und schnellwüchsigen Ölrettichsorten APOLL und IKARUS eignen sich besonders gut für Biogasfruchtfolgen.

Gelbsenf

Der häufigste Vertreter des Zwischenfruchtanbaus. Er kann bis Ende August gesät werden und bringt dann noch ansprechende Erträge. SEVERKA ist eine neuere Sorte der nichtnematoden resistenten Senfsorten. Die Erträge bei einer Aussaat zwischen dem 25. Juli und dem 20. August liegen bei rund 30-35 dt TM/ha. Speziell in Zuckerrübenfruchtfolgen empfiehlt sich der Anbau der Sorte RUMBA mit nematodenreduzierender Wirkung.

Futterraps

Klassische Zwischenfrucht für die Futtererzeugung. Sehr eiweißreich und ertragsstark. Mit MOSA steht eine moderne Doppel-Null Sorte zur Verfügung, die auch in Rapsfruchtfolgen angebaut werden kann. Bei Aussaat Mitte/Ende September kann der Aufwuchs noch im Frühjahr geerntet werden. Bis zu 40 dt TM/ha Ertrag.

Futterkohl

Eine optimale Zweitfrucht des Zwischenfruchtanbaues für eine frühe Aussaat beispielsweise nach GPS Ernte. Die Sorte INKA überzeugt als langwüchsiger Stängeltyp mit hohen Erträgen. Die Ernte kann bis in den November hinausgezögert werden. Das entzerrt Arbeitsspitzen. Die ideale Pflanzenverteilung liegt bei ca. 50 Pflanzen/m², die man mit einer Saatstärke von nur 3,0 kg/ha erreicht. Jedoch ist der Abstand zwischen den Reihen mindestens zu verdoppeln. Ideal sind 20 bis 40 cm. Das Saatbett sollte möglichst unkrautfrei sein, deshalb empfiehlt sich die Aussaat nach einer GPS Ernte.

Zwischenfrüchte sind im Wasserverbrauch bescheiden

Das System „Immergrün“ (Hauptfrucht-Zwischenfrucht) kann die natürlichen Wachstumsfaktoren optimal nutzen. Die Verbesserung der Nährstoffnutzungseffizienz durch Zwischenfrüchte ist lange bekannt: Nährstoffe werden in der Pflanzenmasse konserviert und Auswaschungsverluste vermieden. Zwischenfrüchte stehen jedoch im Verdacht, als Wasserkonkurrenten die Hauptfruchterträge zu belasten. Zumindest vier Argumente sprechen gegen eine solche vereinfachende Sicht der Zwischenfruchtwirkung auf den Bodenwasserhaushalt.

  • Die Hauptwachstumszeit der Zwischenfrucht fällt in den Herbst. Aufgrund des geringen Verdunstungspotentials der Atmosphäre ist damit dem maximalen Wasserverbrauch eine enge Obergrenze gesetzt. In dieser Zeit können die Zwischenfrüchte mit relativ wenig Wasser hohe Biomassemengen aufbauen. Versuchsergebnisse zeigten einen maximalen Wasserverbrauch zwischen 100-140 mm. Davon macht jedoch die Bodenverdunstung 40-60 Prozent aus, solange die Begrünung den Boden im Spätsommer noch nicht vollständig abdeckt.
  •  Auch von einer Schwarzbrache können bis zu 100 mm Wasser unproduktiv verdunsten. Wichtigstes Ziel ist es daher, den Boden möglichst rasch abzudecken. Dann kann Wasser gespart werden und kommt der produktiven Pflanzentranspiration zugute.
  • Unter mitteleuropäischen Verhältnissen sind die Winterniederschläge meist ausreichend, um eventuell höhere Wasserverluste bei trockener Herbstwitterung von einem begrünten im Vergleich zu einem brachen Feld bis zur Folgefrucht auszugleichen. Modellsimulationen verschiedener Boden- und Klimaszenarien zeigten, dass der Wasserentzug der Zwischenfrucht nur auf Böden mit hoher Speicherfähigkeit, nach einem trockenen Herbst, und ausschließlich in tiefen Profilschichten zu einem geringfügig niedrigeren Wassergehalt führte. Für leichtere Böden reichten die Winterniederschläge allemal aus, das Profil wieder aufzufüllen.
  • Weitere positive Wirkungen der Zwischenfrucht auf den Wasserhaushalt sind zu bedenken: Verringerung des Oberflächenabflusses, Reduktion der Bodenverdunstung, vermehrte Taubildung, Verhinderung von Schneeverwehung und langfristig die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität des Bodens durch Humusaufbau.

Fazit:

Auch auf Standorten mit weniger als 700 mm Jahresniederschlag, also dort, wo Wasser häufig Minimumfaktor für den Ertrag ist, ist die Zwischenfrucht ein Fruchtfolgepartner und nicht Fruchtfolgekonkurrent für die Hauptfrucht.