Untersaaten in Mais und Ackerbohnen

Boden- und Wasserschutz mit Fördermaßnahmen der Bundesländer

Ziele einer Untersaat in Mais sind:

  • Erosionsschutz
  • Verbesserung der Bodengare und
  • der Tragfähigkeit des Bodens
  • Bindung von Nährstoffen
  • Humusaufbau
  • ggf. Nutzung als Futter im Frühjahr
  • Erfüllung der öVF

Untersaaten in Mais sind schon seit langem ein geeignetes Verfahren des Boden-/ Erosionsschutzes. Hierfür geeignete Grasarten sind Rotschwingel, Knaulgras sowie Deutsches und Welsches Weidelgras. Der langsam wachsende Rotschwingel kann bereits zur Saat oder bis zum Spitzen des Maises eingesät werden. Knaulgras oder Deutsches Weidelgras werden vom zweiten bis zum sechsten Blatt des Maises eingesät. Das schnellwüchsige Welsche Weidelgras kann erst ab einer Wuchshöhe von ca. 30 cm ausgebracht werden. Aussaatmenge und Saattechnik sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Besonders einfach ist die Ausbringung von Mantelsaat®-Mischungen in die Maisbestände mit einem Dünger- oder Schneckenkornstreuer. Neben einer exakten Ausbringtechnik spricht auch die hohe Flächenleistung für diese Technik. Eine weitere Möglichkeit ist die Ausbringung zusammen mit dem nötigen Gärrest/ Gülle per Schleppschlauchgüllefass in den stehenden Maisbestand. Bei der Drilltechnik werden zwischen den Maisreihen nur drei Drillreihen eingesät. Schon bei einmaliger erfolgreicher Anwendung können durch Steigerung der Erträge der Folgefrucht die Saatgutkosten mehr als 100 Prozent gedeckt werden.

Untersaaten in Ackerbohnen
Durch die späte Ernte ist ein Zwischenfruchtanbau nicht mehr möglich und der von der Ackerbohne erzeugte Stickstoff kann der Auswaschung unterliegen. Ähnlich wie bei Mais können beim Ackerbohnenanbau mit Hilfe der Untersaat Stickstoffauswaschungen entgegengewirkt werden. Für die Untersaat eignen sich Deutsches Weidelgras, Knaulgras oder Rotschwingel. Alle drei Arten werden mit ca. 5 kg/ha unmittelbar nach der Leguminosenaussaat mit der Drillmaschine ausgebracht. Bis zu einer Wuchshöhe von 10 – 12 cm der Hauptfrucht kann die Untersaat ausgebracht werden. Einzusetzende Herbizide sind der Untersaat anzupassen. Eine andere Variante stellt die Untersaat mit der BG 50 Biogasexpress UNTERSAAT-Mantelsaat® dar. Sie eignet sich hervorragend für die Untersaat und kann während der Unkrautregulierung mit dem Hackstriegel per Schneckenkornstreuer mit einer Saatstärke von 20-25 kg/ha ausgebracht werden.

Untersaaten in Getreide

Für den Extraschnitt im Jahr

Für Untersaaten im Getreide sind im Wesentlichen alle Gräser- und Kleearten und deren Mischungen geeignet. Die modernen Getreidesorten sind sehr standfest und haben nur eine geringe Lagerneigung. Somit ist auch die Durchwuchsgefahr der Untersaat geringer. Untersaaten werden weit verbreitet in der Saatgutvermehrung angewendet. Das dazugehörige Know-how ist vorhanden.

In der Fruchtfolge besitzen Untersaaten eine Reihe von positiven Eigenschaften.

Zum einen schützen sie vor Erosionen und verbessern die Tragfähigkeit des Bodens, zum anderen dienen sie dem Grundwasserschutz (Förderungen regional möglich). Der Untersaat steht unmittelbar nach der Ganzpflanzensilage- Ernte eine längere Vegetationsperiode zur Verfügung. Aus wirtschaftlicher Sicht wirken sich die niedrigeren Saatgutkosten positiv aus und Arbeitsspitzen werden gekappt. Ein Schnitt mehr im Jahr ist möglich. Ziel der Untersaat ist es, einen Aufwuchs mehr nach der Ganzpflanzensilage-Ernte zu erwirtschaften. Eine gut etablierte Untersaat startet nach der Hauptfruchternte sofort durch, da jetzt Licht an die junge Graspflanze gelangt und das Wachstum sofort einsetzt. Neuansaaten benötigen 14 Tage länger. Für die Frühjahrsaussaat sind konkurrenzstarke Arten wie das Welsche, Deutsche oder Bastardweidelgras geeignet. Auch Knaulgras, Rot- oder Weißklee und deren Mischungen können ausgesät werden.

Die Aussaat kann sowohl mit der Drillmaschine in bestehende Bestände erfolgen, aber auch eine Ausbringung mit dem Düngerstreuer ist möglich. Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über die Saatstärke und den Saattermin:

Humusbilanz
Getreide - 280 kg Humus-C/ha und Jahr
BG-Mischung* + 800 kg Humus-C/ha und Jahr
(z.B. BG 30 o. 50) ________________________________
+ 580 kg Humus-C/ha und Jahr

* + 200 kg Humus-C/ha und Jahr im Ansaatjahr und + 600 kg Humus-C/ha und Jahr im darauffolgenden Hauptnutzungsjahr