Weinbergbegrünung für den naturnahen Weinbau

Durch eine langjährige, einseitige Bodenbearbeitung und -begrünung (meist Begrasung) sind viele Weinbergflächen in der Bodenstruktur geschädigt. Bodenverdichtungen und Humusmangel sind die häufigsten Probleme. Fehler aus der Vergangenheit müssen durch kurzfristige und langfristige Bodenbearbeitungs- und Begrünungsmaßnahmen beseitigt werden. Das Ziel ist eine intakte Bodenfruchtbarkeit zur harmonischen Ernährung der Reben. Ohne diese kann kein gesundes Wachstum entstehen, um eine befriedigende Entwicklung der Trauben zur Produktion von hochwertigen Weinen sicher zu stellen. Dies gilt für den biologischen wie auch für den konventionellen Weinbau.

Eine ideale und gute Bodenvorbereitung ist für den Erfolg einer Ansaat genau so wichtig wie eine gute Wasserversorgung. Ideal ist eine Aussaat im zeitigen Frühjahr (März/April), sobald die Bodenverhältnisse dies zulassen, um die Winterfeuchtigkeit zu nutzen. Abhängig von der Wasserversorgung (Niederschläge, Bodenqualität) empfehlen wir jede zweite Zeile zu begrünen. Hierdurch reduziert sich der Saatgutbedarf um 50%. Wir empfehlen die Neuansaat anzuwalzen, um die Auflaufquote zu erhöhen. Günstig sind eine Cambridge oder Güttler Walze.


Weinbergbegrünungskatalog
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Das Ziel ist, optimale Bodenverhältnisse zu erreichen.

Diese sind:

Wurzelraum

  • Tiefgründig
  • Wurzelraumvertiefung
  • Bodenbearbeitung
  • Stabile Krümelstruktur im Oberboden, Humusgehalt (2 – 4 %)
  • Begrünung und Humusbewirtschaftung
  • Notwendige Bodenbearbeitung

Hohe Bodenaktivität im Oberboden

  • Keine Oberbodenverdichtungen
  • Optimale Wasser- und Luftverhältnisse
  • Stabile Krümelstruktur
  • Erhalt oder Aufbau des Humusgehaltes

Wasser-/Lufthaushalt

  • Ungehemmte Wassersickerung - Bessere Wasser- und Nährstoffhaltekraft
  • Stabile Krümelstruktur im Oberboden
  • Weniger Verdichtungen im Unterboden
  • Keine Grenzschichten
  • Gute Wurmaktivität

Anforderungen an die Begrünung im ökologischen/ konventionellen Weinanbau:

  • Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit
  • Schnelles Auflaufen (Beschattung)
  • Schnelle Durchwurzelung (Lebendverbauung)
  • Tiefe Durchwurzelung
  • Vergrößern des Wurzelraumes
  • Verdichtungen durchdringen
  • Reichhaltige, unterschiedlichste Wurzelmasse
      (Ernährung des Bodenlebens)
  • Humuserhalt oder -aufbau
  • Förderung und Erhalt der Insektenvielfalt
  • Unterschiedlichste Blütenarten
  • Langer Blühzeitraum
  • Kontinuierliches Blütenangebot
  • Überwinterungsquartiere für Insekten
  • Nährstoffversorgung der Reben mit Hilfe der Begrünung
  • Verbesserung der Nährstoffsituation für die Rebe

Danke

Wir danken für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Beratungleitfadens und für die Bereitstellung von Texten und Bildmaterial Herrn Wolff, Beratungsdienst ökologischer Landbau