Die Landwirtschaft hat sich gewandelt

Seit mehr als 50 Jahren unterliegt in der Landwirtschaft die betriebliche Nutzfläche einer dramatischen Veränderung.

Waren 1960 im alten Bundesbetrieb noch 1.500.736 Betriebe aktiv, so waren es 2012 in Gesamtdeutschland nur noch 288.200 Betriebe.
Ebenso ist die Anzahl der Beschäftigten stark zurückgegangen.
1960 waren es noch 3,5 Mio. Erwerbstätige, in 2010 sind es lediglich 749.800.
Immerhin werden heute von 34.500 Betrieben rund 56 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaftet.
Gleichzeitig mit den Veränderungen der Betriebe und der Zahl der Erwerbstätigen haben sich auch die Tierbestände verändert.


Landwirtschaftskatalog 2017
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Wurden in den 60er Jahren Pferde noch für Zugarbeiten benötigt, so dienen diese heute nur noch dem Pferdesport und der Freizeitbeschäftigung.
Auch die Essgewohnheiten haben sich verändert.
Sind die Geflügelbestände kontinuierlich gestiegen, so erfolgte ein Rückgang der Rinderbestände. Der Rückgang ist unter anderem durch die ständigen Steigerungen der Milchleistung/ Tier zu erklären.
Eine besonders hohe Steigerung haben die Erträge der wichtigsten Kulturarten im Zeitraum von 1960 bis 2012 zu verzeichnen.
Die Ertragszuwächse lagen dort zwischen 107 Prozent bei Winterweizen und 60 Prozent bei den Zuckerrüben. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Winterweizen, daß die Erträge weiterhin stetig ansteigen.
Bei der Milchleistung sind die Steigerungen noch größer. Lag die Milchleistung 1960 bei nur 2.900 kg, so wurde 2012 eine Leistung von 7.250 kg erreicht.

Gründe für diese Entwicklungen sind die starken züchterischen und technischen Fortschritte, durch die alle Bereiche gekennzeichnet sind. Verbesserte Methoden und das bessere Wissen über Zusammenhänge führten zu diesen Steigerungen. Die Selbstversorgungsgrade (in Deutschland gesamt gesehen) haben sich im Laufe der Zeit ebenfalls verändert. Bei Getreide hat sich dieser von 79 auf 102 Prozent gesteigert, während bei Butter (-9 Prozent) und Gemüse (-37 Prozent) ein Rückgang zu verzeichnen war. Insgesamt lag der Versorgungsgrad der landwirtschaftlichen Erzeugung bei insgesamt 91 Prozent.