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Das 1x1 der Landwirtschaft
Vom Wandel
Über die Geschwindigkeit und die graduellen Auswirkungen des
Klimawandels mag sich die Menschheit noch uneins sein, unbestritten
ist, dass die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle bei
Ernährungssicherung und Umweltschutz einnehmen wird. Land- und
Forstwirtschaft haben sich bisher auf langfristige Klimaänderungen
eingestellt; neue Kulturen und Pflanzenarten sicherten das
Überleben.
Bei einem rasanten Wechsel könnten aber Forschung, Züchtung und landwirtschaftliche Praxis nicht mehr Schritt halten. Das Vordringen von Pflanzen- und Tierkrankheiten aus wärmeren Regionen in unsere Breiten fordert schon jetzt höchste Anstrengungen. Vor allem aber ein Rückgang der Niederschläge im Sommer hätte gravierende Folgen in regenärmeren Gebieten. Die Landwirtschaft ist der einzige Wirtschaftszweig, der mit seiner Pflanzenproduktion einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Die Pflanzen binden schädliches CO2 und produzieren Sauerstoff. Je nach Kultur und Ertragsniveau sind es jährlich zwischen 14 und 26 Tonnen CO2, die je Hektar gebunden werden.
In der Summe sind es in Deutschland 350 Millionen Tonnen CO2. In Deutschland entfallen unter 2 % aller Treibhausgase auf die landwirtschaftliche Tierhaltung von Wiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziegen). Ein Verzicht auf die Haltung dieser Tiere hieße, in Deutschland 5 Millionen Hektar Grünland nicht mehr zu nutzen. Durch verbesserte Fütterung und eine Leistungssteigerung der Tiere kann der Methanausstoß in der Tierhaltung weiter vermindert werden.
Die CO2-Vermeidung durch die Nutzung von Bioenergie aus der Land- und Forstwirtschaft liegt bei etwa 50 Millionen Tonnen jährlich. Bei allen untersuchten Nutzungspfaden (Wärme, Strom, Kraftstoffe) ist die Bilanz der Treibhausgase bei der Erzeugung von Bioenergie positiv.
Ohne die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden, könnte die Produktion von Agrarrohstoffen von heute 17 auf bis zu 35 % der Ackerflächen im Jahr 2030 ausgedehnt werden. Bioenergie ist ein Multitalent und hat erhebliche Potenziale.

