Kurzrasenweide

Leistungsreserven mit dem Kraftfutterwerk auf der Weide mobilisieren!

Das System der Kurzrasenweide ist auch als Mähstandweide und intensive Standweide bekannt.

Kennzeichen der Kurzrasenweide ist eine frühe Beweidung. Dabei sind die Koppeln unterschiedlich groß. Für die Nutzung durch Milchkühe sind hofnahe Flächen ideal geeignet. Während der gesamten Vegetationsperiode ist die beweidete Fläche an den Kuhbesatz und den Aufwuchs anzupassen. Auf diese Weise kann die höchstmögliche Grundfutterleistung erreicht werden. Ist die beweidete Fläche zu groß, erhöht sich die Anzahl an Geilstellen und die Qualität des Futters nimmt dramatisch ab. Überständiges Futter weist eine deutlich niedrigere Qualität auf. Dies kann zu Energiemangel und zu verringerter Milchleistung führen. Die Kurzrasenweide verbessert die Tiergesundheit nachhaltig. Die Produktionskosten für Milch und Fleisch sind bei Weidehaltung am geringsten. Milchleistungen von über 30 kg pro Tier und Tag lassen sich auf der Weide nicht optimal ausfüttern.

Anhand des charakteristischen Wachstumsverlaufs des Grünlandes unterteilt man die Weideperiode in 4 Phasen:

1. Phase
Vorweide ➜ März/April
Es erfolgt eine Futterumstellung und die Kühe werden stundenweise an die Weide gewöhnt (Auftrieb erfolgt stundenweise). Gesamte Weidefläche bestoßen. Grasnarbe und Pflanzenbestand mit früher Beweidung verbessern, gegebenenfalls mit einer Nachsaat den Grasbestand verbessern.

2. Phase:
Frühlingsweide ➜ Mitte/Ende April bis Ende Juni

  • ca. 5 bis 7 Kühe/ha

3. Phase:
Sommerweide ➜ Juli/August

  • Weideflächen ausdehnen (2./3. Aufwuchs)
  • ca. 3 bis 4 Kühe/ha

4. Phase:
Herbstweide ➜ September/ Oktober

  • Weidegras in der Ration hoch halten
  • gesamte Fläche beweiden
  • vor Wintereinbruch sauber abweiden
  • ~ 1 bis 3 Kühe/ha

Voraussetzungen:

Hofnahe Flächen
Pro Kuh werden etwa 0,3 ha benötigt.

Weidedauer
Tag- und Nachtweide sind ideal, da eine dauerhafte Beweidung die Narbendichte fördert.

Zufütterung
Jede Zufütterung führt zur Verringerung der Grundfutteraufnahme und erhöht die Produktionskosten

Milchleistung
Bis etwa 30 kg Milchleistung kann die Kurzrasenweide den Bedarf der Kühe decken.

Wasserversorgung
ist sicher zu stellen.

Bestandeshöhe
Diese ist entscheidend! Eine Bestandeshöhe von 6 – 7 cm im Frühjahr und 7 – 8 cm im Sommer müssen eingehalten werden. Dazu sind mehrere Messpunkte auf der gesamten Fläche aufzunehmen, entweder mit einem elektronischen Messgerät oder mit einem Metermaß plus einem Plastikdeckel.
Wichtige Bestandsbilder der Kurzrasenweide sind das Deutsche Weidelgras, Wiesenrispe und Weißklee. Diese gilt es zu fördern. Wichtig ist es, auf einzelnen Koppeln den Futterschnitt im Frühjahr im ständigen Wechsel vorzunehmen. Ratsam ist die jährliche Nachsaat in Form von einer Übersaat.

Pflege
Eine selektive Unkrautbekämpfung ist mit dem zuständigen Grünlandberater abzustimmen. Junge Unkrautpflanzen werden auch von den Weidetieren gefressen. Zur Kurzrasenweide gehört auch das regelmäßige Ausmähen der Flächen.

Düngung:
Etwa 3 bis 4-mal im Verlauf der Weideperiode 25 – 30 kg N/ha in mineralischer Form. Gülledüngung im zeitigen Frühjahr und im späten Herbst.

K1 Neuansaat

ArtReifegruppeSorteAnteilArt-Nr.
Dt. Weidelgras frühARVICOLA, t40 % 40181
Dt. WeidelgrasmittelRECOLTA20 % 
Dt. WeidelgrasspätAKURAT, t.10 % 
Wiesenlieschgras COMER10 % 
Wiesenrispe LIBLUE14 % 
Weißklee MERLIN 6 % 

K2 Nachsaat

ArtReifegruppeSorteAnteilArt-Nr.
Dt. Weidelgras frühARVICOLA, t40 % 40185
Dt. WeidelgrasmittelRECOLTA24 % 
Dt. WeidelgrasspätAKURAT, t.20 % 
Wiesenrispe LIBLUE10 % 
Weißklee MERLIN 6 %