Neue Sorten braucht das Land

„Das Bessere ist des Guten Feind“ - dieses Sprichwort trifft auch auf unser Sortenengagement zu, das es ständig zu erweitern und verbessern gilt. So sind fortlaufend neue Sorten bzw. Stämme beim Bundessortenamt in Prüfung.

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Die Prüfungen von Deutschen oder Welschen Weidelgräsern erfolgen jährlich und die sogenannten kleinen Arten werden in einem dreijährigen Rhythmus geprüft. Im Frühjahr 2016 standen Arten wie das Lieschgras, der Wiesenschwingel oder das Bastardweidelgras zur Zulassung an. Hier wurden aussichtsreiche Kandidaten verhandelt. Wenn die Kandidatensorte die Zulassung erhält, ist sie auch vertriebsfähig und es kann mit der Saatguterzeugung begonnen werden.
Um Saatgut der neuen Sorten schnell auf den Markt zu bekommen, wird in der Regel bereits vor der Zulassung eine kleine Fläche für die erste Saatgutproduktion angelegt. Die Abnahme der gesamten Saatgutproduktion beim Landwirt ist garantiert, daher ist sie mit keinem Risiko verbunden. Im Gegensatz zu Getreide kann dieses Saatgut im Falle einer abgelehnten Zulassung nicht verkauft und an eine Mühle weitergegeben werden.
Bei Getreide ist der Zeitraum bis zum ersten Verkauf von zertifiziertem Saatgut an den Landwirt wesentlich kürzer und mit einem geringeren Risiko behaftet.
Nicht jede neu zugelassene Sorte kommt auch automatisch in die regionalen Empfehlungen. Mit den Landessortenversuchen wird dafür noch einmal eine regionale Prüfung durchgeführt.
Dieses Prozedere dauert dann weitere 4 Jahre. Erst dann kann eine Sorte in die Empfehlung aufgenommen werden und somit können bis zu 10 Jahre von der Zulassung bis zur Regionalempfehlung verstreichen.

Zu den Sorten für die Zukunft sind an erster Stelle die beiden neu zugelassenen Sorten des deutschen Weidelgras MELPAULA und MELFROST zu nennen. Beide Sorten besitzen eine ausgezeichnete Rostresistenz, sind sehr winterhart und hoch ertragreich.
Außerdem besitzen sie ein „M“, was auf eine sehr gute Eignung auf Moorflächen hinweist.

Ebenfalls neu zugelassen wurden zwei Sorten des deutschen Weidelgrases BOCACCIO und CASERO. Beide zeichnen sich durch die Ertragsleistung und ihre Blattgesundheit aus. Zudem wurde der tetraploide Rotklee FREGATA zugelassen. Dieser Mattenrotklee besitzt ein hohes Ertragsvermögen, ist sehr gesund und zudem noch sehr ausdauernd.
Nach langer Zeit wurde im Frühjahr 2016 außerdem wieder eine Lieschgrassorte (POLARKING), eine Wiesenrispe (SELISTA) und das Bastardweidelgras MELCOMBI zugelassen.
Alle neu zugelassenen Sorten werden in Produktion genommen und Saatgut steht somit erst den kommenden Jahren zur Verfügung.
Drei weitere Sorten des Welschen Weidelgrases haben den landeskulturellen Wert erfüllt und werden nach Prüfung der angegebenen Sortennamen auch zugelassen.
Bei den Zwischenfrüchten werden ebenfalls neue Sorten in unser Programm aufgenommen. So z. B. die Sareptasenfsorten TERMINATOR und BRONS, nematodenresistente Senf und Ölrettichsorten oder Einjähriges Weidelgras.
Insbesondere bei den nematodenresistenten Ölrettichsorten geht die Züchtung zu weiteren Resistenzeigenschaften hin. Stand bislang die Bekämpfung der Rübennematoden mit resistenten Ölrettichsorten im Vordergrund, so legt man jetzt zusätzlich Wert auf Resistenzen gegen gallenbildende Nematoden (Meloidogyne chitwoodii und fallax) und demnächst auch gegen Meloidogyne hapla, einem sehr stark verbreiteten Schädling im Ackerbau. Mit den Ölrettichsorten ATLANTIS und DOUBLEMAX sind zwei neue Züchtungen auf der Sortenliste, die eine außergewöhnlich hohe Resistenz gegen Meloidogyne chitwoodii besitzen und auch den Rübennematoden deutlich reduzieren können.
Mit den zurzeit in Anmeldung befindlichen Kandidaten sind wir gut gerüstet für die Zukunft und können immer wieder neue Sorten in den Markt einführen, denn: „Das Bessere ist des Guten Feind“.

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Wählen Sie bitte aus folgen Arten:

Futtergräser
Phacelia
Kleesaaten
Ölsaaten
Buchweizen
Hülsenfrüchte
Futterrübe
Ramtilkraut
Rauhafer
Gartenkresse