Willkommen im Fachbereich Biogas - Für Ihren Standort die passende Feldfrucht

Energie aus Wildpflanzen - Neue Wege in der Erzeugung von Biomasse

Die energetische Nutzung von Biomasse als CO2-neutraler Energieträger kann einen wichtigen Beitrag zur Minderung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes und zur Unabhängigkeit von fossilen Energieressourcen leisten.

Der Anbau von Energiepflanzen ist jedoch mit erheblichem Flächenanspruch verbunden. Im Umfeld von Biogasanlagen führt er vor allem durch den verstärkten Anbau von Silomais zu tiefgreifenden Veränderungen in der Agrarlandschaft. Die Vereinheitlichung des Landschaftsbildes kann sich negativ auf Tourismus und Naherholung auswirken und führt bei der Bevölkerung zu einer sinkenden Akzeptanz der Biomasse- Nutzung. Verarmte Fruchtfolgen und großflächige Energiepflanzenkulturen bieten außerdem nur wenigen Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensräume.

 

Vor diesem Hintergrund entstand an der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau die Idee, die Eignung mehrjähriger, wildartenreicher Saatgutmischungen zur Biomassegewinnung zu erproben.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mehrjährige Erntebestände ohne jährliche Bodenbearbeitung gewährleisten eine ganzjährig geschlossene Bodendeckung. Dies wirkt sich positiv auf die Tierwelt aus und vermindert die Gefahr von Erosion und Nitratauswaschung ins Grundwasser. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hat schon in früheren Forschungsprojekten die Aufwertung des Lebensraums durch gezielte Begrünung von Bracheund Stilllegungsflächen erforscht. Die dabei entwickelten Saatgutmischungen zeigten, dass durch eine abgestimmte Kombination ein-, zwei- und mehrjähriger Wild- und Kulturarten auf einfache und kostengünstige Weise über mehrere Jahre stabile, artenreiche Bestände geschaffen werden können. Sie erreichen ohne jegliche Düngung teilweise ganz beträchtliche Biomassezuwächse und können mit der herkömmlichen Erntetechnik geerntet werden. Erste Untersuchungen an ertragsoptimierten Wildpflanzenmischungen zur Biogas erzeugung bestätigen die ökonomische und ökologische Leistungsfähigkeit der neuen Anbausysteme.

So wurden bei bodenbewohnenden Spinnen und Laufkäfern höhere Artenzahlen als in einer benachbarten Maiskultur nachgewiesen; zusätzlich wurden acht verschiedene Fledermausarten bei der Jagd nach Insekten beobachtet. Die bienenkundlichen Untersuchungen belegen die gute Eignung vieler Wildarten als Trachtpflanzen: Sie werden von den Bienen zur Pollensuche gern angeflogen. Die neuen Anbausysteme bieten noch einen weiteren Vorteil: Sie können durch die Kombinationsmöglichkeit verschiedener Wildarten an regionale und standörtliche Unterschiede ertragssteigernd angepasst werden.

NEU!!! Biogasanlagen für Grünland-Standorte

Neue Konzepte für Biogas vom Grünland

70 Prozent Gras in der Feststofffraktion und 30 Prozent Gülle

– mit diesem Input-Konzept werden zukünftig auch landwirtschaftliche Betriebe auf Grünlandstandorten völlig neue Wege in der Biogasproduktion gehen können. Eine auf diese Verhältnisse angepasste Technik wird derzeit in Norddeutschland vom Biogasanlagenbauer Consentis umgesetzt. Die Anlage fährt mit einer um acht Celsius höheren Temperatur, was sich förderlich auf die Grasvergärung auswirkt. Wichtig für eine gute Vermischung im Fermenter ist die Halmlänge der Grassilage, die maximal vier Zentimeter betragen sollte.

Das Rohstoffkonzept ist auch deshalb interessant, weil mit der Zufuhr von Gras und Gülle ein Güllebonus bis 3,96 Cent/kWh bezogen werden kann (Einspeisejahr 2010). Der Bonus wird darüber hinaus anteilig gewährt, wenn der Gülleanteil im Fermenter dem Volumen nach mindestens 30 Prozent beträgt.
Dort, wo ein Umbruchverbot für Grünland besteht, eröffnen leistungsfähige und spezifizierte Biogasanlagen neue wirtschaftliche Nutzungskonzepte für eher erlösschwache Flächen. Für viele Grünlandbetriebe wird die neue Biogasanlagentechnik in Zukunft den Einstieg in den Biogassektor wesentlich erleichtern oder sogar erst ermöglichen.

Mit Biogas-Fruchtfolgen mach Ackerbau Spaß!

Biogas-Fruchtfolgen sind abwechselungsreich, bringen hohe Biomasse-Erträge vom Hektar und erfüllen alle Kriterien einer nachhaltigen Landbewirtschaftung.
 

Top-Five der Biogas-Fruchtfolgen:

• Weniger Schädlings-, Krankheits- und Unkrautdruck ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
• Lange Bodenbedeckung – geringeres Erosionsrisiko – Verlängerung der Ausbringzeit für Gärsubstrate
• Beste Bodenfruchtbarkeit, guter Humusgehalt
• Silokapazitäten können voll ausgelastet werden
• Auf Substratmangel oder Überschuss kann sehr flexibel reagiert werden

Mit Untersaaten mehr Schnitte vom Hektar

Für Untersaaten im Getreide sind im Wesentlichen alle Gräser- und Kleearten und deren Mischungen geeignet. Die modernen Getreidesorten sind sehr standfest und haben nur eine geringe Lagerneigung. Somit ist auch die Durchwuchsgefahr der Untersaat geringer. Untersaaten werden weit verbreitet in der Saatgutvermehrung angewendet. Das dazugehörige Know-how ist vorhanden.

In der Fruchtfolge besitzen Untersaaten eine Reihe von positiven Eigenschaften. Zum einen schützen sie vor Erosionen und verbessern die Tragfähigkeit des Bodens, zum anderen dienen sie dem Grundwasserschutz (Förderungen regional möglich). Der Untersaat steht unmittelbar nach der Ganzpflanzensilage- Ernte eine längere Vegetationsperiode zur Verfügung. Aus wirtschaftlicher Sicht wirken sich die niedrigeren Saatgutkosten positiv aus und Arbeitsspitzen werden gekappt.
Ein Schnitt mehr im Jahr ist möglich. Ziel der Untersaat ist es, einen Aufwuchs mehr nach der Ganzpflanzensilage-Ernte zu erwirtschaften. Eine gut etablierte Untersaat startet nach der Hauptfruchternte sofort durch, da jetzt Licht an die junge Graspflanze gelangt und das Wachstum sofort einsetzt. Neuansaaten benötigen 14 Tage länger. Für die Frühjahrsaussaat sind konkurrenzstarke Arten wie das Welsche, Deutsche oder Bastardweidelgras geeignet. Auch Knaulgras, Rot- oder Weißklee und deren Mischungen können ausgesät werden. Die Aussaat kann sowohl mit der Drillmaschine in bestehende Bestände erfolgen, aber auch eine Ausbringung mit dem Düngerstreuer ist möglich. Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über die Saatstärke und den Saattermin:

Unser Anbau-Tipp:
Die oben genannten Gräser eignen sich auch als Untersaaten im Mais oder Ackerbohnen. Hierzu bitte gesonderte Informationen einholen.

Top-Lösungen für Fermenter und Böden

Biogasexpress Klee-Grasmischungen mit kurzlebigen Weidelgräsern für die einjährige und überjährige Nutzung, Gräser aus dem Ackerfutterbau oder vom Dauergrünland passen hervorragend in Biogasanlagen- Konzepte. Sie halten darüber hinaus die Böden in Schuss. Das spricht für Biogasexpress-Mischungen:

- Auflockerung einseitiger Mais-Fruchtfolgen, die Gefahr des Befalls durch Maiszünsler oder Maiswurzelbohrer wird gemindert
- Humusanreicherung
- Erosionsschutz
- Grundwasserschutz
- Verbesserte Tragfähigkeit des Bodens
- Ausbringung der Gärsubstrate während der Vegetationsperiode

In der Summe: Abwechslungsreicheres Landschaftsbild mit höherem Erholungswert, weil Mais- Monokulturen aufgelockert werden

Wirtschaftlichkeit stimmt!
Die an Ackerflächen angepasste Grünlandprämie senkt die Erzeugungskosten je Tonne Grassilage. Gräser haben damit wirtschaftlich gegenüber Mais stark aufgeholt. Gräsernutzung in der Biogasanlage macht flexibel. Bedingt durch die längere Verweildauer im Fermenter können die Bestände etwas später genutzt werden als in der Milchviehhaltung. So kann ein Schnitt – ohne Ertragsverluste – eingespart werden. Das spart Zeit und Kosten. Die in den Biogasexpress Mischungen enthaltenen Kleearten erfüllen die Voraussetzungen in Umweltprogrammen, die einen bestimmten Anteil an Leguminosen in der Rotation vorschreiben.

Kontakt

Feldsaaten Freudenberger
Magdeburger Straße 2
D - 47800 Krefeld
Tel.: +49 (0)2151.4417 - 0
Fax: +49 (0)2151.44 17 - 433
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