
Das Aus für Bodenkrankheiten durch Biofumigation
Die Praxis hat zunehmend mit bodenbürtigen Krankheiten zu kämpfen. Bis vor
einigen Jahren waren noch chemische Mittel zur Bodenentseuchung erlaubt. Der
Einsatz wird durch behördliche Vorschriften sehr stark eingeschränkt bzw. ist
für die Praxis nicht mehr möglich. Mit dem Anbau von Kreuzblütlern, wie
doppelresistentem Ölrettich (Raphanus sativus) TERRANOVA, Abessinischen und
braunen Senf (Brassica carinata und juncea) sowie Futterraps (Brassica
napus) lassen sich bodenbürtige Krankheiten verringern und kontrollieren.
BIOFUM ist eine Mischung aus den o.g. Arten und Sorten und sehr gut geeignet für
die Biofumigation.
Was ist Biofumigation?
Unter Biofumigation versteht man das Einbringen von frischem, grünem und
intensiv zerkleinertem Pflanzenmaterial in den Boden. Die in den Pflanzenzellen
enthaltenen Glukosinolate werden nach der Zerkleinerung in Isothiocyanat (ITC)
umgewandelt. Das gasförmige ITC entfaltet im Boden eine natürliche, toxische
Wirkung und ist dem aktiven Wirkstoff des Bodenentseuchungsmittels
Metham-Natrium (Carbathion) gleichzusetzen.
BIOFUM-Mischungen für den professionellen Anbau von Gemüse und
Spezialkulturen

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Besonders im Gemüseanbau – sowohl im Freiland als auch unter
Glas – und in anderen Spezialkulturen kann mit der Biofumigation eine
Vielzahl von Bodenschädlingen bekämpft werden.Wegen der natürlichen
Wirkungsweise des Verfahrens ist es für den ökologischen Landbau äußerst
interessant.
Mit den in der Mischung enthaltenen Kreuzblütlern
lassen sich die unterschiedlichsten Krankheitserreger mit der
Biofumigation bekämpfen, denn jede Pflanzenart entwickelt anders wirkende
toxische Glukosinolate.
Zusätzlich bildet die BIOFUM-Mischung viel
Grünmasse mit hohen Blattanteilen und trägt somit zur Humusbildung im
Boden bei.
Die nachfolgend aufgeführten bodenbürtigen Pilze konnten
in Exaktversuchen sicher mit der BIOFUM-Mischung bekämpft werden:
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Gaeumanomyces; alle Getreidearten befallend • Rhizoctonia •
Fusarium • Bipolaris (Helminthosporium) •
Pythium |
Wie sind die BIOFUM-Mischungen in der Praxis
einzusetzen?
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Saatzeit: Die beste Saatzeit ist von April bis
September, sie wird im Wesentlichen von der Fruchtfolge
vorgegeben.
Saatmenge: Die Saatmenge ist abhängig
von der Bodenart. Auf schweren Böden 20 kg/ha und auf leichten
Sandböden 15 kg/ha. Düngung: Um einen schnellen Bestandesschluss zu
erzielen, sind 60 kg N/ha notwendig. Die Ausbringung kann vor der Saat
erfolgen. Bei bekanntem Schwefelmangel schwefelhaltigen Stickstoffdünger
verwenden.
Bodenbearbeitung: Um einen
höchstmöglichen Erfolg zu erzielen, sollte der Boden hauptfruchtmäßig
vorbereitet werden, da hohe Grünmasseerträge für den Erfolg notwendig
sind.
Einarbeitung: Der optimale
Einarbeitungszeitpunkt ist erreicht, wenn 60-80 Prozent der Pflanzen
blühen. Der Aufwuchs muss mit einem Häcksler zerkleinert werden. Das
Häckselgut ist sofort mit einer Fräse (Umkehrfräse) oder Scheibenegge in
den Boden einzuarbeiten. Um ein Verflüchtigen der Gase (Isothiocyanate) zu
vermeiden, muss die Einarbeitung innerhalb der nächsten 20 Minuten nach
dem Häckseln erfolgen.
Damit die Nematoden ausreichend aktiv sind, muss eine gute Bodenfeuchte
vorhanden sein. Wir empfehlen eine Beregnung von 10 mm sofort nach der
Einarbeitung der Grünmasse. |
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In Feldversuchen wurde festgestellt, dass man mit der Biofumigation mit
Kreuzblütlern unter anderem den Verticilium, Sklerotinia und Silberschorf gut
bekämpfen kann.
Darüber hinaus werden durch die Doppelresistenz von der Ölrettichssorte
TERRANOVA nachfolgende Nema-toden auf natürliche Weise bekämpft
(Teilresistenzen):
Rübenzystennematoden: Heterodera schachtii und
betae
Wurzelgallennematoden: Meloidogyne chitwoodi,
fallax, hapla und incognita
Stengelnematoden:
Ditylenchus dipsaci
Die BIOFUM-Mischung enthält speziell gezüchtete Sorten, die einen hohen
Anteil an Glukosinolaten enthalten. Die am häufigsten vorkommenden Glukosinolate
sind Sinigrin, Sinalbin, Glukoraphasatin, Glucorapharin und Glucoerosylin.
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