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Schneeschimmel Microdochium
nivale (früher: Fusarium nivale) |
| Bedeutung: |
Am meisten verbreitete und sehr schädliche
Rasenkrankheit. |
| Jahreszeit: |
Zu jeder Jahreszeit, bei ungünstigen Bedingungen, meistens
im Frühjahr und Herbst. |
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Symptome: |
Zuerst erscheinen kleine, dunkelbraune oder orange,
kreisrunde Punkte, die sich rasch in Größe und Anzahl ausbreiten, es
entstehen Flecken mit abgestorbenem Gras. Das erkrankte Gras kann naß und
schleimig sein. Die Flecken haben meist einen dunkelbraunen Ring und ein
helleres Zentrum. Das Pilzmyzel (weiß bis rosa) ist manchmal an den
Rändern der Flecken sichtbar, oft verkleben die abgestorbenen
Blätter. |
| Wo?: |
Auf sehr feinen und dichten Rasenflächen, zum Teil mit
sehr intensiver Pflege, alle Gräserarten, aber zum Teil auch
sortenabhängig. |
| Ursachen: |
Feuchte Witterung und feuchte Oberflächen; extrem hohe
Stickstoffgaben, besonders im Herbst, Topdressing in zu hohen Gaben aber
auch alkalische Bedingungen fördern die Krankheit. |
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Vorbeugende Maßnahmen: |
Maßnahmen zur Verringerung von dauerhafter
Oberflächenfeuchte, z.B. durch Dränage, Erhöhung der Luftzirkulation,
indem Bäume, Hecken, Zäune und Mauern nicht zu dicht an die Rasenfläche
plaziert werden, Aerifizieren und Besanden, Beseitigen von
wasserrückhaltendem Rasenfilz, Einschränken künstlicher Beregnung,
Stickstoff und Kalk nicht in Perioden, die den Krankheitsbefall
begünstigen, verabreichen; Schnittgut immer entfernen. |
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Rotspitzigkeit Laetisaria
fuciformis (früher: Corticium fuciformis) |
| Bedeutung: |
Sehr verbreitet, bei starkem Befall kann das Gras völlig
absterben, in der Regel erholen sich befallene Flächen wieder. |
| Jahreszeit: |
Im Sommer und Herbst, unter milden Klimabedingungen bis in
den Winter hinein. |
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Symptome: |
Fleckenartige Schadstellen im Rasen, die oft rosa oder
rötlich erscheinen (verursacht durch nadelähnliche Pilzhyphen, die an den
erkrankten Blättern herausstehen, bis zu 25 mm lang sein können und oft
verästelt sind); die Flecken sind nicht scharf abgegrenzt und variieren
von 20-50 mm bis zu 350 mm Durchmesser, bei geringem Befall sterben die
Blätter nur an den Spitzen ab. |
| Wo?: |
Befallen werden können alle Rasentypen; Lolium perenne und
Festuca rubra sind Arten, die am häufigsten befallen werden, vor allem
langsamwachsende, pflegeextensive Zuchtsorten. |
| Ursachen: |
Unzureichende Nährstoffversorgung, vor allem zu geringe
Stickstoffversorgung. Durch die Auswahl von Zuchtsorten, die geringer
anfällig sind. |
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Vorbeugende Maßnahmen: |
Stickstoffdüngung sollte auch in den Sommermonaten bei
ausreichender Feuchte erfolgen, um das Wachstum zu fördern. Vorsicht ist
aber bei zu hohen Stickstoffgaben geboten, die wiederum das Ausbreiten von
Schneeschimmel fördern können. |
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Dollarfleckenkrankheit Sclerotinia
homoeocarpa |
| Bedeutung: |
In bestimmten Regionen, vor allem bei intensiv gepflegten
Rasentypen, sonst nicht so häufig zu beobachten. |
| Jahreszeit: |
Sommer und Herbst. Es bilden sich kleine kreisrunde
Flecken (ca. 50 mm Durchmesser), die scharf abgegrenzt sind, im Inneren
dieser Flecken ist das Gras meist abgestorben und trocken und von
strohiger Farbe, bei starkem Befall können sich einzelne Flecken zu
größeren Schadstellen zusammenschließen; kann auch kombiniert mit
Rotspitzigkeit auftreten. |
| Wo?: |
Befallen werden können alle Rasentypen; Lolium perenne und
Festuca rubra sind Arten, die am häufigsten befallen werden, vor allem
langsamwachsende, pflegeextensive Zuchtsorten. |
| Ursachen: |
Begünstigt durch die Anwesenheit anfälliger Gräserarten
und -sorten und durch Nährstoffmangel, insbesondere
Stickstoffmangel. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Verwendung resistenter Zuchtsorten von Festuca rubra
trichophylla, ausgewogene Nährstoffversorgung mit Stickstoff. |
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Blattfleckenkrankheit Helminthosporium
vagans |
| Bedeutung: |
Sehr verbreitet, verursacht aber selten nennenswerte
Schäden. |
| Jahreszeit: |
Kann zu jeder Jahreszeit auftreten. Symptome: Flecken auf
dem Blatt, die in Farbe und Größe variieren können, aber oft braun,
schwarz, olivgrün oder purpur sind. |
| Wo?: |
Bei fast allen Gräserarten und Rasentypen. |
| Ursachen: |
Blattflecken breiten sich besonders unter warm-humiden
Bedingungen aus, gestreßte Pflanzen oder altes Gewebe werden am
leichtesten befallen. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Entfernen des Schnittgutes und alter abgestorbener
Pflanzenteile, keine unnötige Feuchtigkeit erzeugen (durch zu häufige
Beregnung), Erhöhen der Luftzirkulation durch Beseitigen von Hindernissen
(Hecken, Mauern, Zäune, Bäume). |
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Schwarzbeinigkeit Ophiobulus
graminis |
| Bedeutung: |
Keine weit verbreitete Krankheit, unter ungünstigen
Bedingungen kann sie aber schweren Schaden anrichten. |
| Jahreszeit: |
Sommer oder Herbst, befallene Flächen können aber das
ganze Jahr über bestehen bleiben. |
| Symptome: |
Es entstehen Ringe aus gelblich oder orangefarbenem Gras
von 0,1-1,0 m Durchmesser, gefolgt von einem Ring von etwa 0,1 m aus
abgestorbenem Gras. Der Pilz befällt die Wurzeln und verursacht so die
Verfärbung. Innerhalb des Ringes verbleiben nur noch Arten, die nicht
krankheitsanfällig sind und Unkräuter. |
| Wo?: |
Kann in jedem Rasentyp entstehen, vor allem aber in
Agrostis- dominanten Beständen. |
| Ursachen: |
Oberflächenvernässung und alkalischer pH-Wert verstärken
den Befall. Die Krankheit tritt auf, wenn z.B. auf Fairways nasser,
versauerter Boden gekalkt wird, aber auch bei Neuanlagen, wenn der Boden
vorher entseucht wurde oder die Vegetationsschicht aus Fremdbaustoffen wie
Sand oder Lava aufgebaut wurde (hier wirkt sich vermutlich das Fehlen von
antagonistischen Pilzen aus). |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Wenn sich die Krankheit etabliert hat, ist es sehr schwer
sie unter Kontrolle zu bringen. Besser ist es, durch optimale Pflege
vorzubeugen. Vernässung kann durch ein gut funktionierendes Dränsystem
verhindert werden. Die Rasenpflege ist ideal, wenn keine Kalkung notwendig
wird. Falls doch, sollte dieses im Herbst geschehen, im Frühjahr gefolgt
von einer Gabe Dünger mit saurer Wirkung, z. B. Ammonsulfatsalpeter, die
Bodenreaktion kann auch durch die Verwendung von alkalischen Sanden für
das Topdressing verstärkt werden und durch Beregnungswasser, das oft von
Natur aus einen hohen Kalkgehalt hat. Diese Faktoren sollten bei den
Pflegemaßnahmen mit berücksichtigt werden. |
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Hexenringe Typ 1 Marasmius
oreadas |
| Bedeutung: |
Relativ häufig auf Fairways und ähnlichen Flächen zu
sehen, wo sie großen Schaden anrichten können. Seltener sieht man sie auf
Golf- Greens oder Tees. Jahreszeit: Die Ringe können über mehrere Jahre
bestehen, aber die Symptome sind am deutlichsten sichtbar bei trockener
Witterung im Sommer. |
| Symptome: |
Hexenringe des Typ 1 töten das Gras ab oder schädigen es
stark. Man sieht 2 Ringe, bogen- oder kreisförmig, bestehend aus Gras von
kräftigem, dunkelgrünem Wuchs, zwischen diesen entsteht ein Ring aus
kahlen Stellen mit abgestorbenem Gras. Der Pilz schafft extrem hydrophobe
Bodenbedingungen, welche ein Vertrocknen der Rasenpflanzen verursachen.
Unterhalb des Ringes befindet sich ein dichtes, weißliches
Myzelgeflecht, mit einem typisch schimmeligen Geruch. Kleine gelbbraune
Pilze kann man im äußeren Ring zwischen Sommer und Herbst sehen. |
| Wo?: |
In jedem Rasentyp |
| Ursachen: |
Die Bedingungen sind noch nicht vollständig erforscht,
aber Oberflächenvernässung kann eine Bedeutung haben. Hexenringe findet
man auf jedem Bodentyp, sie treten aber am deutlichsten auf leichten,
sandigen Böden auf. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Eine vollständige Beseitigung ist nur schwer zu erreichen,
oft läßt sich nur die weitere Ausbreitung verhindern. Selten wachsen die
Ringe durch Hindernisse von umgebrochenem Erdreich wie z.B. Rasenkanten
oder Rabatten. Auch das Durchfräsen von infizierten Zonen ist oft
erfolgreich, damit können in den Ringbereich antagonistische Pilze
gelangen, die das weitere Ausbreiten verhindern. Sehr effektiv aber auch
aufwendig ist das Abtragen des befallenen Erdreichs. Vor der Verwendung
von Fungiziden muß zunächst die wasserabweisende Zone durch Aerifizieren
und Verabreichung eines Netzmittels aufgeweicht werden. |
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Hexenringe Typ
2 Scleroderma ssp. |
| Bedeutung: |
Tritt gewöhnlich auf sehr feinen Rasenflächen auf
(Zierrasen, Greens), bedeutende Schäden werden aber nur selten beobachtet.
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| Jahreszeit: |
Die Symptome sind am ehesten im Sommer und Herbst
sichtbar, aber die Pilze sind das ganze Jahr über vorhanden. |
| Symptome: |
Ringe, Bänder oder Bögen werden sichtbar, in deren Bereich
das Gras schneller wächst und dunkleres Grün aufweist. Bedeutende Schäden
treten nicht auf. Als Begleiterscheinung sieht man gelegentlich die
Fruchtkörper des Pilzes (Ständer- oder Blätterpilze). |
| Wo?: |
Ziemlich alle Rasentypen können befallen werden. Am
häufigsten wird der Typ 2 auf Golfgreens beobachtet. |
| Ursachen: |
Nicht bekannt, die Symptome sind am deutlichsten bei
Stickstoffmangel sichtbar. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Wenn das Gras nicht geschädigt wird, werden die Symptome
oft geduldet, können aber das Erscheinungsbild stören. Sie können
verborgen werden durch eine Extragabe Stickstoff während der
Vegetationszeit oder durch die Anwendung von Eisensulfat auf den
umgebenden Flächen, die dann eine dunklere Farbe annehmen. |
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Hexenringe Typ
3 Hygrophorus ssp. |
| Bedeutung: |
Sehr verbreitet, gewöhnlich keine Schädigung des
Rasens. |
| Jahreszeit: |
Der Pilz ist das ganze Jahr über vorhanden, der Ring ist
aber nur kurze Zeit im Jahr sichtbar, meist im Herbst. |
| Symptome: |
Die Aktivität des Pilzes zeigt sich durch Ausbilden eines
Ringes mit stärkerem, dunkelgrünem Rasenwuchs und durchunregelmäßiges
Auftreten von Fruchtkörpern. |
| Wo?: |
Wird auf den meisten Rasenflächen beobachtet, selten aber
auf stark strapazierten Rasenflächen. |
| Ursachen: |
Nicht bekannt. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Nicht erforderlich, da keine eigentlichen Schäden
angerichtet werden. Um einer weiteren Ausbreitung vorzubeugen kann man die
Fruchtkörper vor der Freisetzung ihrer Sporen von Hand entfernen. |
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Rost Pucinia
ssp. |
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| Bedeutung: |
Leichter Befall ist verbreitet, schwerer Befall sehr
selten. |
| Jahreszeit: |
Sommer und Herbst |
| Symptome: |
Es bilden sich orangefarbene oder braune Pusteln an den
Blattflächen, sie können unregelmäßig gestreut oder linienförmig
angeordnet sein. |
| Wo?: |
Fast alle Gräserarten können befallen werden. Unter
Rasenbedingungen werden am ehesten Lolium perenne und Poa pratensis
befallen. |
| Ursachen: |
Feuchtwarme Witterung, am häufigsten auf langem,
ungemähtem Rasen. Regelmäßiger Schnitt kann den Befall verhindern. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Die Auswahl resistenter Zuchtsorten kann das Risiko
mindern. |
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Wurzelbrand Rhizoctonia
solani |
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| Bedeutung: |
Sehr selten, aber wenn, dann meist mit schwerem
Befall. |
| Jahreszeit: |
Während der gesamten Vegetationsperiode. |
| Symptome: |
Der Pilz befällt vor allem nach einer Neuansaat die jungen
Graskeime und kann so ein ungleichmäßiges Auflaufen verursachen, die
Keimlinge sterben ab. |
| Wo?: |
In allen Rasentypen, besonders betroffen sind Agrostis-
und Festuca- Arten. |
| Ursachen: |
Saatgut ist meist schon vor der Ansaat infiziert.
Begünstigt wird das Pilzwachstum aber durch unausgewogene
Nährstoffversorgung, vor allem bei Überangebot von Stickstoff und Phosphor
bei gleichzeitigem Kali- und Magnesium-Mangel. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Ausgewogene Nährstoffversorgung, Saatgutbeizung (z.B.
Verwendung von Mantelsaat). |
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Wurzelhalsfäule Typhula
incarnata |
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| Bedeutung: |
Je nach Witterungsverlauf kann in manchen Jahren schwerer
Schaden entstehen. |
| Jahreszeit: |
Infektion findet oft schon im Herbst oder Winter bei
feuchtkühler Witterung statt, die Schäden zeigen sich aber meist erst im
zeitigen Frühjahr. |
| Symptome: |
Kreisrunde Flecken bis zu 40 cm Durchmesser mit
abgestorbenem Gras, auf den Blättern blaßrosa bis weißliche Pilzmyzele,
der Pilz verursacht Wurzelfäulnis und somit das Absterben der
Graspflanze. |
| Wo?: |
In allen Rasentypen, vor allem bei Lolium perenne
(bestimmte Zuchtsorten) und seltener bei Festuca rubra, häufiger auf
sandigen Böden. |
| Ursachen: |
Oberflächenverdichtungen mit zu hoher Feuchtigkeit, zu
hoher Grasbestand. |
| Vorbeugende Maßnahmen: |
Stickstoffdüngung im Herbst einschränken, Schnitthöhe vor
dem Winter auf 3-3,5 cm halten, Oberfläche belüften, besanden und
vertikutieren. |